Sehschwächen bei Kindern erkennen
16.Juni 2011
Vorsorgeuntersuchungen reichen oft nicht aus
Sehschwächen kann man bei Kindern meist nicht so einfach erkennen. Vielen Kindern gelingt es sehr gut, Sehschwächen vorübergehend auszugleichen. Dadurch wird im alltäglichen Leben eine Sehstörung bzw. Sehschwäche häufig nicht erkannt. Dies gilt ebenso für die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt und der Einschulungsuntersuchung. Diese Untersuchungen sind nur Momentaufnahmen, in denen Kinder nicht selten die Sehschwächen unbewusst ausgleichen.
Den Kindern selber fällt die Sehschwäche meist auch nicht auf. Sie kennen es nicht anders und haben keine Vergleichsmöglichkeiten.
Mit dem Eintritt in die Schule kann sich das ändern. Je nach Grad der Sehschwäche können Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen auftreten.
Kinder mit einer Sehschwäche müssen sich meist noch stärker konzentrieren. Das ist sehr anstrengend und kann dazu führen, das die Kinder nicht gerne lesen, schreiben oder andere Dinge tun wie z. B. ausschneiden oder ausmalen. Darüber hinaus können Sehschwächen zu unterschiedlichen Beschwerden wie bspw. Kopfschmerzen, häufiges Unwohlsein und Übelkeit führen.
Die Erfahrung nicht erkannter Sehschwächen habe ich leider schon bei zwei meiner Kinder gemacht. Bei beiden Kindern gab es keine Auffälligkeiten bei den Vorsorgeuntersuchungen sowie bei der Einschulungsuntersuchung.
Beim ersten Mal hat mich die damalige Klassenlehrerin auf eine mögliche Sehschwäche aufmerksam gemacht. Dies bestätigte sich dann bei einer augenärztlichen Untersuchung. Meine Tochter war damals im zweiten Schuljahr. Durch das spätere regelmäßige tragen der Brille war sie konzentrierter und nicht mehr so erschöpft.
Erschreckend war das Ergebnis bei meiner jüngeren Tochter. Meine Tochter ist ein Kind, das gerne bastelt, schneidet, ausmalt, sich viel bewegt und alles andere als ängstlich oder ungeschickt ist. Aufgefallen war mir nur, dass ihr das Schreiben lernen und das Erkennen oder Merken, das war die Frage, des kleinen b's und des kleinen d's schwer fiel. Als ich unserer Kinderärztin von einer geplanten Untersuchung beim Augenarzt erzählte, war diese überzeugt, dass die Augen in Ordnung seien.
Das Ergebnis: 2,3 Dioptrin auf beiden Augen.
Nicht wirklich dramatisch, aber für mich erschreckend. Da es bei den Vosorgeuntersuchungen und der Einschulungsuntersuchung keinerlei Auffälligkeiten gab, wäre ich nie auf Idee gekommen, dass die Augen so schlecht sein könnten. Heute weiß ich, dass die kurzen Sehtests bei Kindern nicht wirklich aussagekräftig sind und kann nur allen Eltern empfehlen, vorsorglich eine umfassende augenäztlche Untersuchung durchführen zu lassen.
Bei einer umfassenden augenärztlichen Untersuchung werden u. a. die Augen mit speziellen Augentropfen getropft, die die Augenmuskulatur beeinflussen. Ein Ausgleich der Sehschwäche durch die Augenmuskulatur ist dann nicht mehr möglich.
Je eher eine Sehschwäche erkannt wird, desto besser und einfacher wird es für die Kinder.
Man kann den Kindern u. U. viel Anstrengung ersparen, wenn eine Sehschwäche früh erkannt wird. Für die Augen ist es zudem wichtig, das richtige Sehen zu erfahren. Hinzu kommt, das es für die Kinder meist einfacher ist, mit einer Brille eingeschult zu werden, als im frühen Grundschulalter auf einmal mit einer Brille in der Schule zu erscheinen.
Hinweise für eine Sehschwäche
Unsicherheiten beim Laufen, häufiges stolpern, Unsicherheiten und/oder Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, Vermeidung von ausschneiden, malen, lesen, schreiben, Konzentrationsschwäche, "extreme Erschöpfung" nach der Schule, häufige Kopfschmerzen, häufiges Unwohlsein und auch häufigere Übelkeit können Anzeichen für eine Sehschwäche sein.
Bei dem kleinsten Anzeichen kann ich, wenn nicht sowieso schon vorsoglich geschehen, eine augenärztliche Untersuchung nur dringend empfehlen.
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