Das besondere Weihnachtsfest
21.Dezember 2010
Ein Heiligabend ohne Großeltern?
Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Weihnachtsfest, als ich meinen Eltern und meiner Schwester endlich größere Geschenke machen konnte. Meine Ausbildungsvergütung erlaubte zwar noch keine riesigen Weihnachtsgeschenke, doch waren meine Möglichkeiten weit aus besser, als mit monatlich 10 DM Taschengeld.
Dann folgte das erste Weihnachtsfest in der eigenen Wohnung, das erste Weihnachtsfest als Eltern, das erste Weihnachtsfest mit dem zweiten Kind und mit dem dritten Kind. Es waren immer ganz besondere Weihnachten. Von einem dieser ganz besonderen Weihnachtsfeste möchte ich heute erzählen.
In jenem Jahr hatten wir durch die Bauphase mit Firmenpleite unseres Hauses zahlreiche Nerven und sehr viel Kraft gelassen und freuten uns umso mehr auf dieses besondere Fest, das wir in unserem Häuschen verbringen wollten. Ein großer schöner Weihnachtsbaum im Topf, der heute übrigens das Haus überragt, stand geschmückt im Wohnzimmer.
Noch zum Frühstück schien an diesem 24.12. die Sonne. Die Temperaturen bewegten sich um den Gefrierpunkt und zum späten Vormittag fielen tatsächlich ein paar weiße Flocken vom Himmel. Die Kinder kratzten voller Vorfreude vereinzelte Schneeflocken zusammen, während ich in der Küche das rotgefärbte Marzipan für die Weihnachtsmannmütze ausrollte. Gegen Mittag trafen meine Eltern ein und halfen bei den letzten Vorbereitungen. Ich deckte den Tisch, festlich mit Kerzen, mit weihnachtlicher Dekoration. Schließlich rief meine Schwiegermutter an, sie wollten jetzt losfahren. Ich freute mich riesig, denn mein Schwiegervater war sehr krank und sein Besuch bei uns wäre die Krönung zu diesem Abend gewesen. Inzwischen war der Schneefall wesentlich stärker geworden und es wurde langsam dunkel. Nur die Schwiegereltern fehlten noch. Gegen 17:30 Uhr meldete sich meine Schwiegermutter. Über 1 ½ Stunden hatten sie im Stau gestanden und waren letztlich umgedreht, weil es Schwiegerpapa nicht gut ging.
Einen heiligen Abend ohne die Großeltern?
Kurzentschlossen packten wir alles ein, Kinder, Windeln, selbstgebastelte Geschenke für die Großeltern, Würstchen, Kartoffelsalat und meine Eltern. Auf dem Weg zu den Großeltern kamen uns mehrere Krankenwagen entgegen, denn die Straßen waren sehr glatt. Irgendwann kamen wir aber doch noch heil an.
Gemeinsam haben wir dann Weihnachten gefeiert,
ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten,
ganz woanders, als wir eigentlich wollten,
aber wir waren alle zusammen und das war uns viel wichtiger.
Ich wünsche Euch ein wunderschönes und friedliches Weihnachtsfest.
Foto: A. Planert
Die Autorin
In Berlin geboren und aufgewachsen schrieb Angela Planert bereits in der Grundschule ihre ersten Entwürfe. Seit August 2000 lebt sie im Norden Berlins und widmet sich seit 2003, neben ihrem Beruf und der Aufgabe als dreifacher Mutter, intensiv ihrer Leidenschaft, verfasste seither zahlreiche Artikel auf kita.volavi, neun Fantasy - Romane sowie einen Thriller. In ihren Büchern entführt uns Angela Planert in eine Welt voller Magie. Die von ihr beschriebenen Gefühle der Hauptdarsteller sind für den Leser immer präsent, so daß man mit ihnen regelrecht mitfühlen kann.