In vielen Berliner Grundschulen ist das erste Schuljahr mit dem Jahrgangsübergreifendem Lernen (JÜL) fast geschafft. Man bekommt allerdings nur wenig davon mit, wie es eigentlich gelaufen ist. Man hört von Grundschulen, die zufrieden sind, von Lehrern, die überfordert sind, von Kindern, die gut zurecht kommen. Aber auch von Kindern, die Probleme haben, von Schwierigkeiten beim Übergang in die dritte Klasse und von Erleichterung, dass es endlich vorbei ist.
Es ist eben auch das erste Jahr, das in vielen Schulen von Umstellung und Versuchen geprägt war. Selbst gut vorbereitete und gut ausgestattete Schulen brauchen Zeit, um sich auf die neue Unterrichts- und Lernsituation einzustellen.
Das es hier und da zu einer Überforderung kommt, kann man sich gut vorstellen. Letztendlich sind die Lehrer bei der Umsetzung des JÜL auf sich bzw. ihr Kollegium gestellt. Neue Herausforderungen und auch Schwierigkeiten bringt das Jahrgangsübergreifende Lernen durch die Altersmischung und den unterschiedlichen Lernstoff der Gruppen sicherlich mit sich.
Es ist letztendlich nur die Frage, inwieweit diese gemeistert bzw. gelöst werden. Erfreulicherweise hört man jedoch nichts von katastrophalen Zuständen in den Schulen oder massiven Schwierigkeiten der Kinder. Wenn große Schwierigkeiten bestehen, scheint es eher an den Kindern, einzelnen Lehrern oder auch an einzelnen Schulen zu liegen und dies hat sicherlich weniger mit der veränderten Klassen- bzw. Lernsituation zu tun. Auch in den altershomogenen Klassen läuft nicht immer alles optimal. Wie viele Vor- oder auch Nachteile das Jahrgangsübergreifende Lernen aber wirklich mit sich bringt, wird man wohl erst nach ein paar Schuljahren erfahren. In einem Punkt sind sich aber viele Eltern einig:
Durch die Mischung der ersten beiden Klassen ist das Gemeinschaftsgefühl verloren gegangen. Ein gemeinsames Schuljahr reicht eben nicht aus um eine Gemeinschaft bei so vielen Schülern und Eltern zu bilden. Die meisten Freundschaften finden sich innerhalb eines Jahrgangs. Die Unterteilung in Erst- und Zweitklässler ist nun mal in aller Munde und wird auch so gelebt. Ob sich das in den nächsten Jahren verändern wird, wird sich zeigen. Die Kinder, die jetzt neu eingeschult werden, werden das Jahrgangsübergreifende Lernen vom ersten Schultag an erleben. Die Veränderungen werden sie gar nicht wahrnehmen, da sie es gar nicht anders kennen.
Für die Eltern, die ihr erstes Kind einschulen, wird es ähnlich sein. Ungewohnt ist es eher für die Eltern, die schon ältere Schulkinder haben. Doch auch hier gibt es positive Bewertungen aus dem ersten JÜL-Jahr.
Was bedeutet eigentlich JÜL !?!
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