Es war eine schöne Woche. Wir hatten zwar immer Regenwäsche und Gummistiefel an, doch wir waren entweder im Wald (da haben Alle miteinander an einer Höhle gebaut) oder am Ostseestrand. Die Kinder werden wohl schon viel erzählt haben. Die Kinder werden auch etwas von einem Baum erzählt haben. Ja, wir hatten wirklich viele Schutzengel. Gott sei es gedankt.
Wir waren am Strand buddeln und hatten Picknick mit. Doch es fing an zu regnen, es war auch windig, also sind wir wieder losgegangen. Auf dem Heimweg durch den Wald gab es ein wirklich gigantisch lautes Geräusch von brechendem Holz. Ich schaute hoch, woher das Geräusch kam und musste feststellen, dass es genau der Baum über meiner Kindergruppe vorne war.
Wie in Zeitlupe sah ich, wie dieser starke Ast abbrach und ich lief (meine Kollegin erzählte später ich sei wie schützend unter den Baum gerannt) und schrie. Die Kinder vorne rannten los. Später erzählten sie, dass sie dachten es ist ein Donner, aber wir hätten so doll geschrien. Es gab Kinder, die etwas hinter mir mit meiner Kollegin gelaufen sind. Die wurden von ihr auf die Seite geschickt und auch sie schrie und kam angerannt.
Wir sind alle an einem Ort zusammen gekommen, als der Ast unten lag und sind ganz dicht beieinander gestanden. Die Kinder waren alle sehr erschrocken, haben geweint oder waren ganz still, jeder auf seine Art. Uns Erzieherinnen saß der Schreck genauso in den Knochen. Erst einmal wurde nachgesehen, ob jemand verletzt war, doch zum Glück waren nur drei Kinder nahe an dem Ast gewesen.
Und keiner der Kinder verletzt. Eine andere Kollegin war mit weiteren Kindern weiter weg. Sie sahen alles nur erschrocken an. Da diese vor dem kleinem Hügel standen, hatten sie die Perspektive, dass wir Alle unter dem baumgroßen Ast waren. Meine Kollegin hatte die Vorstellung, nur noch mit zwei Kindern übrig zu sein. Wir gingen einen anderen Weg ( es hatte auch wieder aufgehört zu regnen) über den Campingplatz zurück.
Es wurde sich viel unterhalten und immer wieder darüber gesprochen, auch abends beim Zubettgehen. Am nächsten Tag sind wir wieder zum Baum gegangen, um alles gut zu verarbeiten.
Die Kinder schauten sich alles nochmal in Ruhe an, waren über die Schutzengel dankbar. Sie staunten, wie groß der Ast war und erzählten noch einmal wo sie gestanden, wo lang sie gerannt waren. Danach sind wir am Strand buddeln gegangen. Dort vertieften sich die schönen Erlebnisse: Muscheln sammeln, Wasser spielen, buddeln wie in einem riesen großen Buddelkasten ...,
Dieser Erlebnisbericht stammt von einer Erzieherin einer Berliner Kita.