Erfahrene kennen das entsetzte Gesicht von Eltern wenn es wieder heißt: "Wir haben Kopfläuse in der Einrichtung." Als Mutter von drei Kindern habe ich leider schon mehrfach Erfahrung mit den unfreiwilligen Kopfbewohnern machen müssen. Diese Erfahrungen und meine erworbenen Informationen möchte ich gerne an Euch weitergeben, damit ihr die ungeliebten Kopfbewohner schnell wieder los werdet.
Allgemeines über Kopfläuse
Kopfläuse sind durchsichtige bis braune Tierchen (Größe und Farbe je nach Entwicklungsstand) die sich auf den Haaren tummeln und Eier legen.
Diese Eier (Nissen) befinden sich i. d. R. nah an der Kopfhaut und sind in etwa so groß wie ein Sandkorn. Im Gegensatz zu Schuppen haben sie eine gleichmäßige Form und sind vor allen Dingen nur schwer ablösbar (am besten mit den Fingernägeln).
Was ist zu tun bei Verdacht auf Kopflausbefall?
Für die Untersuchung des Kopfes gibt es unterschiedliche Methoden. Eine Untersuchung von trockenen Haaren ist zum Ausschluss von einem Kopflausbefall nicht zu empfehlen. Läuse sind sehr lichtempfindlich und verstecken sich beim Durchforsten der Haare gerne. Das Gesundheitsamt empfiehlt, die Haare zu waschen und dann mit einer handelsüblichen Haarspülung zu versehen. Untersucht wird der Kopf dann mit einem normalen Kamm (andere Stellen empfehlen hier eher einen Läusekamm). Der Kamm wird über die Kopfhaut durch die einzelnen Haarsträhnen gezogen. Durch die Haarspülung werden die Läuse vorübergehend gelähmt und können mit dem Kamm rausgekämmt werden. Der Kamm wird dann auf einem Küchenpapier abgestreift und dieses dann nach Läusen/Nissen untersucht. Persönlich konzentriere ich mich eher auf die Nissensuche. Nach dem Auswaschen der Spülung untersuche ich die Haare Strähne für Strähne nach Nissen. Diese befinden sich i. d. R. nahe am Haaransatz. Spätestens bei einem Nissenfund ist der Läusebefall klar.
Was tun bei einem Kopflausbefall?
Wenn ein Befall festgestellt wurde stellt sich die Frage, welches Mittel zur Bekämpfung eingesetzt wird. Mittlerweile gibt es mehrere "Naturmittelchen" wie beispielsweise mit Kokosöl. In der Regel taugen sie aber nicht viel. Bei einer Behandlung mit Goldgeist oder ähnlichen Produkten scheiden sich die Geister. Persönlich habe ich gute Erfahrungen mit NYDA L gemacht. NYDA L wird zur physikalischen Behandlung angewandt und bekämpft nicht nur die Läuse, sondern auch die Nissen. Die Lösung verklebt die Atemöffnungen und führt dann zum Ersticken. Nach der ersten Behandlung inklusive Läuse- und Nissenentferung habe ich nach NYDA L keinen weiteren Befall bzw. keine Weiterentwicklung des aktuellen Befalles mehr gehabt. Eine anschließende Nissenkontrolle alle zwei Tage würde ich aber trotzdem dringend empfehlen. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist das Wechseln der Bettwäsche, die Reinigung der Kleidungsstücke, Kuscheltiere, Wolldecken etc. sowie die Reinigung der Polstermöbel und Böden. Die Meinungen, was gereinigt werden sollte, gehen hier auseinander. Anders als die Nissen, die die Haare zum überleben brauchen, können die Läuse durchaus eine Weile ohne behaarte Köpfe und deren Blut überleben und da Kinder in der Regel gerne toben, können sich die Läuse an vielen Plätzen in der Wohnung/Haus verteilen. Es ist zwar wahnsinnig viel Arbeit, eine Grundreinigung vorzunehmen, gibt aber ein gutes Gefühl und führt meiner Erfahrung nach auch zum Erfolg. Sicherlich spielt hier auch der Umfang des Läusebefalls eine Rolle. Eine "verlauste" Bekannte hat Monate gebraucht, die Läuse wieder los zu werden und ist letztendlich für mehrere Wochen verreist. Natürlich auch mit Kopfbehandlung in dieser Zeit. Danach hatte sie die Läuse endlich ausgerottet.
Was tun bei immer wiederkehrendem Läusebefall in der Einrichtung?
Redet mit der Kitaleitung, den Lehrern und der Schulleitung. Kopfläuse sind meldepflichtig und es gibt entsprechende Schreiben vom Gesundheitsamt. Die Leitungen können diese dann an die Eltern weiter reichen. Die Eltern müssen die Läusefreiheit bzw. den Läusebefall schriftlich bestätigen. Das Gesundheitsamt verfügt auch über Merkblätter, die die Maßnahmen zur Läusebekämpfung beinhalten. Eine ärztliche Bescheinigung ist nach einem Läusebefall nicht mehr erforderlich. Die Einrichtungen haben jedoch die Möglichkeit, eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt zu verlangen. Dies ist insbesondere dann angezeigt, wenn der Kopflausbefall in der Einrichtung kein Ende nimmt und/oder es einen Verdacht auf einen Läuseherd (Kind mit ständigem, unzureichend behandeltem Läusebefall) gibt. Untersuchungen durch das Gesundheitsamt in den Einrichtungen gibt es nicht mehr, es können jedoch Gruppentermine zur Kopflauskontrolle im Amt vereinbart werden.
Vorbeugende Maßnahmen
An dieser Stelle möchte ich gerne erwähnen, dass es anscheinend bevorzugte Köpfe für Läuse gibt. Es gibt Kinder und Erwachsene, die häufiger von einem Kopflausbefall geplagt werden während andere, auch Geschwister und Partner, nie dieses Problem haben. Entweder liegt dies an der Haarstruktur oder vielleicht am Blut. Keinesfalls gibt es einen Zusammenhang zwischen Unsauberkeit und Läusebefall. Es kann jeden treffen, egal ob die Haare einmal in der Woche oder täglich gewaschen werden. Peinliche Genauigkeit spielt jedoch bei der Läusebekämpfung ein große Rolle.
Tipps zur Vorbeugung
Zur Vorbeugung gibt es verschiedene Tipps, wobei nach meinem Kenntnisstand keiner wirklich nachgewiesen wurde.
- Weidenrindenschampoo: zwei voneinander unabhängige ApothekerInnen haben mir zur Vorbeugung Weidenrindeschampoo von Rausch empfohlen. Angeblich soll dies nachgewiesen sein. Ich habe keine Untersuchungen, aber einige positive Einschätzungen darüber gefunden. Da dies ein Naturschampoo ist, ist es sicherlich einen Versuch wert.
- Läuseschreck Schampoo.
- Teebaumöl - im Schampoo, oder hinter den Ohren.
- Haarprodunkte wie beispielsweise Gel (die Steigerung - gemischt mit Teebaumöl), Haarspray, Haarfärbemittel u. s. w.
Probiert einfach eine Variante aus.
Zusammengebundene Haare bei langhaarigen Kindern in der Kopfläusezeit sind auf jeden Fall empfehlenswert. Für meine Tochter versuche ich jetzt das Weidenrindenschampoo und in akuten Zeiten (bei uns in der Klasse fast immer) bekommt sie noch ein Gel-Teebaumöl-Gemisch im geflochtenen Zopf verpasst. Nach Einschaltung des Gesundheitsamtes hoffe ich jedoch auf Besserung im nächsten Schuljahr.
Weitere Informationen zum Thema Kopfläuse
Eine gute Anlaufstelle sind die Gesundheitsämter, die auch telefonische Auskünfte zum Thema Kopfläuse geben. Ich hatte erst kürzlich ein nettes, umfangreiches Gespräch mit Frau Schwarz vom Gesundheitsamt in Charlottenburg/Wilmersdorf. Umfassende Informationen und Bilder zum Thema Kopfläuse findet Ihr auch unter www.kopflaus.ch. Allerdings stimme ich dort nicht mit allen Punkten überein. Beispielsweise die Reinigung der Kuscheltiere etc. finde ich absolut wichtig und einen Besuch einer Kindertageseinrichtung mit Kopfläusen finde ich verantwortungslos.
Ich wünsche Euch schöne Ferien und einen läusefreien Einstieg ins neue Kita-/Schuljahr.
Nicole Buchmann
Verwandte Artikel:
Bilder und Video von Kopfläusen
Kinderkrankheiten
Winterzeit ist Erkältungszeit
Schlafstörungen bei Kindern - Hilfe durch Heilpflanzen
Schlafstörungen bei Kindern
Hausmittel bei Infekten und Fieber
Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu gesundheitlichen Themen
Die hier dargestellten Inhalte sind überwiegend persönliche Erfahrungen und sind ausschließlich zu neutralen Informationszwecken gedacht. Eine Aktualität, Vollständigkeit, Richtigkeit sowie eine Wirksamkeit kann nicht garantiert werden. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden und Fragen an ihren Arzt oder Fachleute Ihres Vertrauens.